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Demonstration: Die Mitglieder der Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) knebeln die Berserkerstatue am Marktplatz so wie das weißrussische Volk unter Präsident Lukaschenko (Foto: HEINERTOWN.DE/ Andreas Kelm)

Demokratie: Darmstädter setzen Zeichen gegen Diktatur in Weißrussland

Darmstadt 19.03.2013

Das Land gilt als letzte Diktatur in Europa: Weißrussland. Die Weißrussen selbst haben unter Machthaber Alexander Lukaschenko kaum die Chance zu protestieren. Daher machten gestern (18.) die Mitglieder der Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) am Marktplatz in Darmstadt mit der pan-europäischen „Free Belarus“-Aktion auf dieses Unrecht aufmerksam.

Es ist kalt, der Wind weht und die Wolken hängen grau und schwer am Himmel. Doch die Mitglieder der Jungen Europäischen Föderalisten lassen sich davon nicht beirren und versammelten sich gestern (18.) auf dem Marktplatz, um ihre Solidarität mit den Weißrussen zu zeigen.

Denn schon seit beinahe 20 Jahre beherrscht Lukaschenko unbeirrt das Land, unterdrückt das Volk und lässt Straßenproteste, zum Beispiel anlässlich seiner letzten Wiederwahl im Jahr 2010, gewaltsam niederknüppeln. Er verbietet sogar öffentliches Händeklatschen – Gegner des Regimes hatten stumme Demonstrationen organisiert, bei denen niemand mehr einen Machtwechsel forderte, sondern die Menschen bloß in die Hände klatschten. Mehrere tausend Weißrussen sind seitdem festgenommen und wegen dieser Aktion zu Geld- und Haftstrafen verurteilt worden.

Nicht nur die Mitglieder der Jungen Europäischen Föderalisten wundern sich, wie solche diktatorischen Strukturen mitten in Europa möglich sind. Immerhin treten die Mitglieder dieser europaweiten überparteilichen Jugendbewegung bereits seit 1946 für ein friedliches, gerechtes, bürgernahes und demokratisches Europa ein. Umso erschreckender ist es, sagt Marcel von Collani, Landesvorsitzender der Jungen Europäischen Föderalisten Hessen, dass Alexander Lukaschenko am 19. März 2006 bereits zum dritten Mal zum weißrussischen Präsidenten „gewählt“ wurde: „Mit Drohungen gegen die Opposition, Beeinflussung der öffentlichen Meinung und nicht zuletzt Gewalt gegen Demonstranten sicherte sich Lukaschenko damals seinen Erfolg. Mit unserer Aktion erinnern wir daran, dass es auch in Europa noch eine Diktatur gibt“, so Collani.

Da Lukaschenko seinen Bürgern das Recht auf freie Meinung verwehrt und ihnen nicht nur das Klatschen, sondern auch den Mund verbietet, haben sich die Mitglieder der Jungen Europäischen Föderalisten gestern (18.) am Marktplatz zu der europaweit organisierten Aktion „Free Belarus“ in Darmstadt versammelt. Hier legten sie der Berserker-Statue einen Knebel um, symbolisch für das geknebelte weißrussische Volk unter Lukaschenko.

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