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Aue-Trainer Falko Götz (Foto: HEINERTOWN.DE)

HEINERTOWN-Liga-Check: Veilchen-Trainer Götz will Aufsteiger Darmstadt ernst nehmen

Darmstadt 31.07.2014

Lange haben die Darmstädter darauf warten müssen, doch an diesem Wochenende ist es soweit: In der neuen Spielzeit gibt es nach 21 Jahren Abstinenz am Böllenfalltor wieder Zweit-Liga-Fußball zu sehen. HEINERTOWN hat sich bei den 17 Liga-Konkurrenten der Lilien schon mal umgetan und interessante Antworten erhalten. Vierte Folge: FC Erzgebirge Aue e.V.

Kurz vor dem Saisonstart am Sonntag in Nürnberg gibt es Unruhe im Team des FC Erzgebirge Aue. Der Grund: In der Vorbereitungsphase zur neuen Saison verloren die „Veilchen“ wichtige Partien: Gegen den Halleschen FC unterlag der FCE Aue am 19.7. mit 0:2, vier Tage später verlor man im heimischen Sparkassen-Erzgebirgsstadion das Testspiel gegen den VfB Stuttgart mit 0:1, und auch die Generalprobe gegen den tschechischen Zweigligisten FK Banik Most verlor der FC Erzgebirge Aue am Montag zuhause mit 1:3.

Kein Wunder also, dass Falko Götz, seit April 2014 Chefcoach beim FCE Aue, nach dem letzten Testspiel klare Worte an seine Mannschaft richtete: „Ich denke, jeder weiß, dass er sich steigern muss“, sagte der Trainer bei einem Interview mit „Bild.de“.

Der FCE Aue spielt in diesem Jahr bereits seine zehnte Zweitliga-Saison: Erstmals traten die Sachsen in der Saison 2002/03 in der zweiten Liga an, können sich dort mit kurzen Unterbrechung in den Spielzeiten 2008/09 und 2009/10 bis heute halten. In den vergangnen drei Jahren schaffte man jedoch immer nur knapp den Klassenerhalt: Die Saison 2011/12 und 2012/13 schloss der Klub jeweils auf dem 15. Tabellenplatz ab. Die vergangene Saison – zugleich die erste unter Trainer Götz – beendete man auf Rang 14.

Während der zurückliegeden Wochen hatte Götz die schwere Aufgabe, aus einer Vielzahl neuer Spieler eine Einheit zu formen. Elf Spieler haben den Verein verlassen, unter anderem muss Götz in dieser Saison ohne den Top-Stürmer Jakub Jakub Sylvestr auskommen. Der Slowake wechselte im Juni für eine Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro zum Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg. Auch Mittelfeldspieler Guido Kocer verabschiedete sich nach drei Jahren in Aue. Er schloss sich im Juni dem türkischen Erstligisten Genclerbirligi Ankara an. Sylvester und Kocer schossen während der vergangenen Saison rund die Hälfte aller Tore für die Veilchen.

Und nun auch noch das: Stürmer Ronny König gab überraschend am Freitag bekannt, seinen Vertrag beim FCE Aue aufzulösen. Der 31-jährige Angreifer wird künftig für den SV Darmstadt 98 auflaufen. König, mit 1,90 m ähnlich groß wie Darmstadts Stürmer Dominik Stroh-Engel, gilt als kopfballstark und durchschlagskräftig, spielte bislang 201 Zweitliga-Partien für Aue, Rot-Weiß Oberhausen und den SV Wehen Wiesbaden. Während der zurückliegenden Saison schoss König, der in Aue kein Stammspieler mehr war, allerdings nur ein Tor.

Kein Wunder also, dass sich Götz in diesen Sommer auf dem Transfermarkt vor allem nach neuen Offensiv-Kräften umsieht. Elf Spieler verpflichtete der FC Erzgebirge Aue bislang für die kommende Saison, darunter der Stürmer Fiete Sykora, der von FC Carl Zeiss Jena ins Erzgebirge kommt. Neu im Team sind außerdem der holländische Stürmer Romario Kortzorg und der estländische Mittelstürmer Henri Anier.

Trotz der holprigen Vorbereitungsphase ist Trainer Götz zuversichtlich, dass seine neue Mannschaft schnell zueinander finden wird. Die Lilien betrachtet Götz dabei in dieser Saison als ernstzunehmenden Gegner: „Ich war schon sehr beeindruckt von den Relegations-Spielen der Lilien. Da haben wir alle einen Vorgeschmack bekommen, was Darmstadt drauf hat und in die Waagschale werfen kann. Auf jeden Fall ein Gegner, den man sehr ernst nehmen muss. Das werden wir tun“, sagt der Chefcoach im Gespräch mit HEINERTOWN.

Auch seine eigene Mannschaft betrachtet er als konkurrenzfähig: „Da sehe ich Parallelen zu Darmstadt. Wir sind eine Mannschaft, die über Emotionen und Leidenschaft kommen muss. Zudem müssen wir uns auch taktisch clever verhalten. Und im eigenen Stadion sind wir mit der Unterstützung unser tollen Fans ein sicherlich schwerer Gegner für jede Gastmannschaft."

Am 13. September wird es soweit sein: Dann werden Veilchen und Lilien gemeinsam auf dem neuen Grün am Böllenfalltor stehen. Es wird eine Premiere sein – beide Mannschaften haben noch nie im Liga-Betrieb gegeneinander gespielt.

Daten zum FC Erzgebirge Aue e.V.:

Präsident: Lothar Lässig (seit 24.10.2012)
Aufsichtsratsvorsitzender: Frank Vogel (seit 1.7.2009)
Geschäftsführer: Michael Voigt
Trainer: Falko Götz (seit 29.4.2013)
Co-Trainer: Rastislav Hodul
Torwart-Trainer: Russi Petkov

Aktuelle Mannschaft 2014/15:
Tor: Martin Männel, Sascha Kirschstein, Marius Schulze, Mario Seidel
Abwehr: Iván González, Thomas Paulus, Stipe Vucur, Nils Miatke, Filip Luksik, Thorsten Schulz, René Klingbeil
Mittelfeld: Oliver Schröder, Rico Benatelli, Michael Fink, Dorian Diring, Philip Hauck, Alexander Dartsch, Fabian Müller, Patrick Schönfeld
Angriff: Arvydas Novikovas, Mike Könnecke, Felix Kunert, Romario Kortzorg, Henri Anier, Frank Löning, Solomon Okoronkwo, Hannes Anier
Marktwert der aktuellen Mannschaft: 10,90 Millionen Euro (laut Transfermarkt.de)

Stadion: Sparkassen-Erzgebirgsstadion (Kapazität: 15.690 Zuschauer)
Vereinsfarben: Lila-Weiß
Vereinsgründung:
24.09.1949 Gründung der BSG Pneumatik Aue
1963 Umbennung in BSG Wismut Aue
1992 Umbenennung in FC Erzgebirge Aue

Höhepunkte der Vereinsgeschichte:
DDR-Meister: 1956, 1957, 1959
Gewinner der Übergangsrunde: 1955
FDGB-Pokalsieger: 1955
Teilnahme am Europapokal der Landesmeister: 1957/58, 1958/59, 1960/61
Teilnahme am UEFA-Pokal: 1985/86, 1987/88 (als BSG Wismut Aue)
Sachsenpokalsieger: 2000, 2001, 2002
Aufstieg in die 2. Bundesliga: 2003, 2010