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Mannschaft des FSV Frankfurt (Foto: HEINERTOWN.DE)

HEINERTOWN-Liga-Check: FSV-Coach Möhlmann will zeigen, wer die bessere hessische Mannschaft ist

Darmstadt 11.08.2014

Lange haben die Darmstädter darauf warten müssen, doch endlich ist es soweit: In der neuen Spielzeit gibt es nach 21 Jahren Abstinenz am Böllenfalltor wieder Zweit-Liga-Fußball zu sehen. HEINERTOWN hat sich bei den 17 Liga-Konkurrenten der Lilien schon mal umgetan und interessante Antworten erhalten. Siebente Folge: FSV Frankfurt.

Der FSV Frankfurt ist eine Konstante in der zweiten Fußball-Bundesliga; in diesem Jahr spielen die Schwarz-Blauen ohne Unterbrechung bereits die siebte Zweitliga-Saison. Im Vorjahr schloss das Team aus Bornheim die Saison auf Platz 13 ab. Die Führungsriege des Vereins ist zuversichtlich, dass dies auch in dieser Spielzeit gelingen wird. Der Klassenerhalt sei das Minimalziel, man orientiere sich in Richtung gesichertes Mittelfeld, meinte etwa FSV-Geschäftsführer Uwe Stöver zum Saisonstart. Dabei verlässt man sich in Frankfurt wohl ganz auf die Erfahrungen des Chefcoachs: Mit Benno Möhlmann sitzt beim FSV ein Trainer mit sehr viel Erfahrung auf der Bank.

Sechzig Jahre alt ist Benno Möhlmann am 1. August geworden – einen Großteil dieser Zeit hat er auf Fußballplätzen verbracht. Während seiner aktiven Zeit spielte er viele Jahre bei Werder Bremen, die Trainerlaufbahn begann er 1988 beim Hamburger SV als Co-Trainer. Chefcoach beim FSV Frankfurt ist er seit Dezember 2011. Möhlmann kann von sich behaupten, der erfahrenste Trainer der zweiten Bundesliga zu sein – 471 Spiele hat er alleine als Zweitliga-Trainer auf dem Buckel, mehr als jeder andere Coach des Bundesliga-Unterhauses.

Doch was bringen die vielen Jahre Trainer-Know-How, wenn regelmäßig die wichtigsten Spieler den Verein verlassen, weil sie in anderen Klubs mehr verdienen können? Auch zum Start der aktuellen Saison muss Möhlmann wieder wichtige Leistungsträger ersetzen: Innenverteidiger Tim Heubach etwa wechselte zum 1.FC Kaiserslautern, Mittelfeld-Spieler Michael Görlitz nach St.Pauli und der torgefährlichste Mann der Bornheimer, Australiens Nationalspieler Mathew Leckie, schloss sich dem 1. FC Ingolstadt an. Neunmal traf er vergangene Saison für den FSV.

Ersatz fand Möhlmann unter anderem mit dem holländischen Innenverteidiger Tom Beugelsdijk. Weiterhin wechselte Alexander Bittroff, zuvor Linksverteidiger bei Energie Cottbus, zum FSV. Zudem verstärken seit dieser Saison der aus Malta stammende Stürmer André Schembri und der algerische Mittelstürmer Mohamed Amine Aoudia Möhlmanns Team. Von Hoffenheim wurde außerdem der italienische Mittelfeldspieler Vincenzo Grifo für ein Jahr ausgeliehen.

Eingespielt ist die Mannschaft des FSV noch lange nicht, dass zeigte sich bereits während der Vorbereitungsphase, als die Bornheimer Zuhause gegen den Bundesligisten Hannover 96 mit 4:1 verloren. Auch bei den beiden ersten Spielen der laufenden Runde gingen die Frankfurter als Verlierer vom Platz. Am ersten Spieltag besiegte Aufsteiger Heidenheim den FSV mit 2:1, am vergangenen Freitag verlor man im eigenen Stadion gegen den Karlsruher SC mit 2:3. Die Folge: Platz 17 in der Tabelle – Der FSV ist bereits nach zwei Spieltagen ordentlich unter Zugzwang.

Dementsprechend unzufrieden zeigt sich auch Uwe Stöver, Geschäftsführer Sport beim FSV, beim Gespräch mit HEINERTOWN über den verpatzten Saisonstart seiner Mannschaft: „Unser Start ist sehr holprig verlaufen und mit null Punkten aus zwei Spielen weisen wir sicherlich eine Bilanz auf, von der wir enttäuscht sind. Es gilt hier zunächst einmal Leistungspotentiale abzurufen, damit wir auch in diesem Jahr unser Saisonziel Klassenerhalt erreichen können."

Etwas neidisch blickt Stöver da auf den Zweitliga-Aufsteiger aus Südhessen: „Man hat gesehen, dass der SV Darmstadt 98 gut in die Runde reingekommen ist. Vier Punkte aus zwei Spielen ist hier sicherlich ein erstes gutes Fazit. Wenn sie weiterhin von Ihrer Euphorie getragen werden und von Verletzungspech verschont bleiben, ist die Wahrscheinlichkeit auf ein weiteres Jahr in der zweiten Fußball-Bundesliga gegeben".

Die Partie gegen den SV Darmstadt 98 steht am 7.Spieltag (Mittwoch 24. September, 17:30 Uhr) an. Auf das Hessenderby freut sich FSV-Coach Möhlmann schon jetzt: „Dieser regionale Aspekt ist schon wichtig: für die Berichterstattung, Zuschauer und Fans. Insofern ist das schon ein zusätzlicher Anreiz zu zeigen, wer die bessere hessische Fußballmannschaft ist", so der FSV-Trainer.

Zuletzt trafen der SV Darmstadt 98 und der FSV in der Spielzeit 2003/04 aufeinander, damals noch in der Hessenliga. Das Hinspiel am Böllenfalltor gewann der SVD damals mit 1:0, beim Rückspiel siegte dann der FSV im Stadion am Bornheimer Hang ebenfalls mit 1:0.

Daten zum FSV Frankfurt
Präsident: Julius Rosenthal (seit 2/2008)
Vize-Präsident: Willi Hebbel
Geschäftsführer: Clemens Krüger (seit 3/2000)
Sportlicher Leiter: Uwe Stöver (seit 07/2009)
Trainer: Benno Möhlmann (seit 12/2011)
Co-Trainer: Sven Kmetsch (seit 1/2012)
Torwart-Trainer: Norbert Lorz (07/2009)

Aktuelle Mannschaft 2014/15:
Tor: Patric Klandt, Sören Pirson, Jannis Pellowski
Verteidigung: Tom Beugelsdijk, Joan Oumari, Björn Schlicke, Alexander Bittroff, Florijon Belegu, Alexander Huber, Sofian Chahed, Markus Ballmert, Ahmed Azaouagh
Mittelfeld: Manuel Konrad, Marc Kruska, Joni Kauko, Marcel Kaffenberger, Fabian Burdenski, Zafer Yelen, Faton Toski, Mario Engels, Denis Epstein, Odise Roshi, Vincenzo Grifo
Angriff: André Schembri, Mohamed Amine Aoudia, Edmond Kapllani, Chhunly Pagenburg
Marktwert der aktuellen Mannschaft: 11,93 Millionen Euro

Stadion: Frankfurter Volksbank Stadion
Vereinsfarben: schwarz-blau
Vereinsgründung: 20. August 1899

Höhepunkte der Vereinsgeschichte:
1925: Deutscher Vizemeister (0:1 n.V. im Finale gegen den 1. FC Nürnberg)
1933: Süddeutscher Meister
1938: Pokalfinalist (1:3 im Finale gegen SK Rapid Wien)
1972: Deutscher Amateurmeister (2:1 gegen Marl-Hüls
2008: Meister der Regionalliga Süd und Aufstieg in die 2. Bundesliga