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Aktueller Kader des 1. FC Heidenheim (Foto: HEINERTOWN.DE)

HEINERTOWN-Liga-Check: Warum man in Heidenheim die Lilien als direkten Konkurrenten sieht

Darmstadt 14.08.2014

Lange haben die Darmstädter darauf warten müssen, doch endlich ist es soweit: In der neuen Spielzeit gibt es nach 21 Jahren Abstinenz am Böllenfalltor wieder Zweit-Liga-Fußball zu sehen. HEINERTOWN hat sich bei den 17 Liga-Konkurrenten der Lilien schon mal umgetan und interessante Antworten erhalten. Achte Folge: 1. FC Heidenheim 1846.

Die Aufstiegs-Euphorie ist gewaltig im baden-württembergischen Städtchen Heidenheim: Noch vor Saisonstart gelang es dem Verein, mehr als 7.000 Dauerkarten an den Mann und an die Frau zu bringen – kein schlechtes Ergebnis für eine Stadt, die gerade einmal 46.000 Einwohner zählt. Schon in der vergangenen Saison verfolgten durchschnittlich 10.000 Fans in der Voith-Arena die Spiele ihrer Mannschaft; in dieser Spielzeit dürften es noch einmal ein paar Anhänger mehr werden.

Frank Schmidt, Cheftrainer des FCH und gebürtiger Heidenheimer, wird in seiner Heimat wie ein Held gefeiert – Schritt für Schritt führte er sein Team in den Profi-Fußball. Bereits seit 2007 trainiert er die erste Mannschaft, damals spielte der FC Heidenheim noch in der Oberliga Baden-Württemberg. Während seines ersten Jahres als Chef-Trainer gelang seinem Team der Aufstieg in die Regionalliga Süd. Schon ein Jahr später folgte der Durchmarsch in die dritte Liga. In der Saison 2013/14 schaffen die Heidenheimer dann die nächste Stufe: Bereits am 35.Spieltag sicherten sich die Blau-Roten durch ein 1:1 gegen den SV Elversberg den Meistertitel in der dritten Liga.

Auch den Zweitliga-Auftakt meisterte der FCH souverän: 2:1 bezwangen die Heidenheimer vor heimischer Kulisse den FSV Frankfurt. Vergangene Woche setzte es dann beim Bundesliga-Absteiger Eintracht Braunschweig eine 3:0-Klatsche. Damit steht der FC Heidenheim nach zwei Spieltagen mit drei Punkten auf Platz Neun in der Tabelle – und ist damit besser platziert als so mancher Titelaspirant, jedoch einen Platz schlechter als Darmstadt 98.

Chefcoach Schmidt dürfte mit dieser Leistung zunächst zufrieden sein – sein Ziel für die laufende Saison ist ganz klar der Klassenerhalt: „Es wird in dieser Liga Mannschaften geben, die am Schluss froh sind, wenn sie drei andere Teams hinter sich gelassen haben. Zu diesen Mannschaften zähle ich auch uns“ sagte Schmidt zu Saisonbeginn bei einem Gespräch mit Redakteuren des Nachrichtenportals Bundesliga.de.

Um in der zweiten Liga bestehen zu können, setzt Chefcoach Schmidt auf junge, entwicklungsfähige Spieler. Neu verpflichtet wurde etwa Mittelfeld-Akteur Phillip Riese, der zuvor für Arminia Bielefeld auf dem Rasen stand. Vom VfL Osnabrück kam Mittelstürmer Adriano Grimaldi. Zudem verstärken die Abwehrspieler Kevin Kraus (zuvor bei Greuther Fürth) und Michael Vitzthum (zuvor VFB Stuttgart II) den Kader des FCH. Bei der Suche nach einem neuen Keeper wurden die Blau-Roten in Darmstadt fündig. Jan Zimmermann, die bisherige Nummer Eins des SVD, verkündete bereits im Mai, dass er sich dem 1.FC Heidenheim anschließen und dort die Nachfolge von Erol Sabanov antreten werde.

FCH-Geschäftsführer Holger Sanwald sieht sich mit dem neuen Team für die Mission Klassenerhalt gut gerüstet: „Wir konnten den internen Konkurrenzkampf innerhalb des Kaders nochmals verstärken. Unsere Mannschaft ist nun auf allen Positionen noch ausgeglichener besetzt als im vergangenen Jahr. Das wird jedoch auch notwendig sein, um den Klassenerhalt zu schaffen“ sagt er im Gespräch mit HEINERTOWN.

Besonders gespannt ist Sanwald auf die Begegnungen gegen Mitaufsteiger Darmstadt 98 – schließlich gehörten die Lilien zu den wenigen Mannschaften, die der FCH in der vergangenen Saison nicht bezwingen konnte: „Der SV Darmstadt 98 verfügt über eine starke Mannschaft, das haben wir in der vergangenen Saison in der 3. Liga selbst zu spüren bekommen. Damals mussten wir in der Hinrunde auswärts eine 0:1-Niederlage einstecken. Nun haben sich die Lilien gut verstärkt und zählen definitiv zu unseren direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt.“

Das erste Duell der Zweitliga-Aufsteiger wird Am 2. November in der Voith-Arena stattfinden. Die beiden Mannschaften werden dann zum neunten Mal aufeinandertreffen. Bei den bisherigen acht Partien gingen die Lilien zwei Mal als Sieger vom Platz, vier Mal siegten die Heidenheimer, und zwei Mal endeten die Spiele unentschieden.

Daten zum 1. FC Heidenheim 1846
Präsident: Klaus Mayer
Vize-Präsident: Michael Schuck
Aufsichtsratsvorsitzender: Rainer Domberg
Geschäftsführer: Holger Sanwald
Cheftrainer: Frank Schmidt (seit 9/2007)
Co-Trainer: Alexander Raaf (seit 7/2013)
Torwart-Trainer: Bernd Wenig

Aktuelle Mannschaft 2014/15:
Tor: Jan Zimmermann, Rouven Sattelmaier, Felix-Adrian Körber
Abwehr: Kevin Kraus, Mathias Wittek, Tim Göhlert, Timo Beermann, Philip Heise, Michael Vitzthum, Maurizio Scioscia, Dennis Malura
Mittelfeld: Sebastian Griesbeck, Philipp Riese, Julius Reinhardt, Marcel Titsch-Rivero, Robert Strauß, Alper Bagceci, Marc Schnatterer, Sven Sökler
Angriff: Manuel Janzer, Robert Leipertz, Smail Morabit, Florian Niederlechner, Adriano Grimaldi, Patrick Mayer
Marktwert der aktuellen Mannschaft: 9,45 Millionen Euro (laut transfermarkt.de)

Vereinsgründung Heidenheimer Sportbund: 1846
Abspaltung der Fußballabteilung und Namensänderung in 1. FC Heidenheim: 2007
Stadion: Voith-Arena (Kapazität 13.000 Plätze, wird ausgebaut)
Vereinsfarben: blau-rot
Maskottchen: Paule, ein lebensgroßer Plüsch-Teddybär

Höhepunkte der Vereinsgeschichte:
2004: Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg
2008: Aufstieg in die Regionalliga Süd
2009: Meister in der Regionalliga Süd und Aufstieg in die 3. Liga