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Kaiserslauterns Trainer Runjaic, Spieler (Foto: HEINERTOWN.DE)

HEINERTOWN-Liga-Check: Lauterns Trainer Kosta Runjaic freut sich auf mutige Lilien

Darmstadt 02.09.2014

Lange haben die Darmstädter darauf warten müssen, doch endlich ist es soweit: In der neuen Spielzeit gibt es nach 21 Jahren Abstinenz am Böllenfalltor wieder Zweit-Liga-Fußball zu sehen. HEINERTOWN hat sich bei den 17 Liga-Konkurrenten der Lilien schon mal umgetan und interessante Antworten erhalten. Elfte Folge: 1. FC Kaiserslautern.

Es wird vermutlich kein allzu sentimentales Wiedersehen werden, wenn die Lilien Ende November im Fritz-Walter-Stadion des 1. FC Kaiserslautern auf dem Betzeberg einlaufen und einige Spieler des SVD dann auf ihren alten Cheftrainer Kosta Runjaic treffen werden. Lediglich Michael Stegmayer, Benjamin Gorka und Hanno Behrens trugen bereits die Lilie auf der Brust, als Runjaic im September 2012 zum Zweitligisten MSV Duisburg wechselte, weil es dort mehr Geld zu verdienen gab.

Seit September 2013 ist Runjaic nun Trainer des FC Kaiserslautern. Er wurde verpflichtet, um die Roten Teufel zurück in die erste Liga zu führen. Dieses Ziel verfehlten die Lauterer vergangene Saison jedoch deutlich. Am Ende der Saison standen sie auf dem vierten Platz mit sechs Punkten Rückstand auf den Tabellendritten. Dieses Jahr soll es besser laufen.

Viele Jahre waren der FCK eine feste Größe in der ersten Bundesliga: Von 1963 bis 2006 spielten die Lauterer lediglich mit einer Unterbrechung erstklassig. Erstmals stieg der Verein im Sommer 1996 in die zweite Liga ab. Nach dem direkten Wiederaufstieg in der Spielzeit 1996/97 gewann die Mannschaft im Folgejahr unter dem damaligen Trainer Otto Rehhagel sensationell gar die deutsche Meisterschaft. Der Titelgewinn als Aufsteiger stellte 1998 ein Novum in der Geschichte des deutschen Fußballs dar. Die Spieler des Meister-Teams wurden mit der Wahl zur Mannschaft des Jahres belohnt.

Im Sommer 2006 stiegen die Lauterer zum zweiten Mal in die zweite Liga ab, diesmal sollte es vier Spielzeiten dauern, bis der Mannschaft im Sommer 2010 der Wiederaufstieg gelang. Zwei Jahre konnten sich die Teufel in der ersten Liga halten; 2012 ging es dann erneut zurück ins Unterhaus der Liga. Nachdem der FC Kaiserslautern den Aufstieg zuletzt zwei Mal verpasste, hat man sich im Verein nunmehr einen Umbruch verordnet: Statt Einzelkämper sind Teamplayer, die den Mannschaftsgeist fördern, gefragt. Unter anderem haben die Top-Torjäger Mohamadou Idrissou und Simon Zoller, auf deren Konto in der vergangenen Spielzeit allein 26 der 55 Tore gingen, den Verein im Sommer verlassen. Neu dazugekommen sind dafür die Sturmtalente Philipp Hofmann, vormals Schalke 04, und Stefan Musoga, der zuletzt beim montenegrinischen Verein Mladost Podgorica kickte. Vom Erstligisten Borussia Mönchengladbach wurde zudem für ein Jahr Mittelfeld-Spieler Amin Younes geliehen.

„Wir haben uns bewusst für einen neuen Weg entschieden und unseren Kader entsprechend ausgerichtet“, so Runjaic im Gespräch mit HEINERTOWN. „Eine besondere Stärke steckt bei uns sicherlich im Charakter der Mannschaft. Das neue Miteinander – zu dem als wichtiger Faktor auch unsere Fans gehören – hat sich zum Beispiel bei den Spielen gegen die Löwen und Braunschweig gezeigt. Da hat sich das Team jeweils nach Rückständen gemeinsam zurück ins Spiel gekämpft und am Ende gewonnen. Wir sind aber erst am Anfang einer Entwicklung. Ziel ist es, dass wir uns kontinuierlich weiter verbessern.“

Nach vier Spieltagen stehen die „Roten Teufel“ auf dem sechsten Tabellenplatz der zweiten Liga – punktgleich mit den Lilien. Hätte Runjaic erwartet, dass der SVD so erfolgreich in die Saison starten würde? „Wer die Lilien unterschätzt, macht einen Fehler“, so Darmstadts Ex-Trainer. „Dass mit ihnen zu rechnen ist, haben sie zum Saisonauftakt schon gezeigt. Die Mannschaft spielt mutig auf, ist defensiv diszipliniert und Dominik Stroh-Engel funktioniert auch in der 2.Liga. Wenn das Team so weiter spielt, werden sie mit dem Abstieg nichts zu tun haben, was mich aus alter Verbundenheit natürlich freuen würde.“

Fünf Mal trafen die Lilien bislang auf die „Roten Teufel“. Dabei gewann der FCK zwei Spiele, zwei Mal trennten sich die Teams mit einem Unentschieden. Erfolgreich aus Sicht der Lilien verlief die Partie am 29.09.1979. Am Böllenfalltor schossen die Lilien damals die Lauterer mit einem 4:0 aus der zweiten Runde des DFB-Pokals.

Daten zum 1. FC Kaiserslautern
Aufsichtsratsvorsitzender: Prof. Dr. Dieter Rombach (seit 4.12.2008)
Vorstandsvorsitzender: Stefan Kuntz (seit 4.04.2008)
Sportdirektor: Markus Schupp (seit 1.07.2014)
Cheftrainer: Kosta Runjaic (seit 16.09.2013)
Co-Trainer: Oliver Schäfer (seit 16.09.2013)
Co-Trainer: Ilia Gruev ( seit 16.09.2013)
Torwart-Trainer: Gerry Ehrmann (seit 01.07.2013)

Aktuelle Mannschaft in der Saison 2014/15:
Tor: Tobias Sippel, Marius Müller, Julian Pollersbeck
Abwehr: Dominique Heintz, Willi Orban, Tim Heubach, Michael Schindele, Chris Löwe, André Fomitschow, Michael Schulze, Jean Zimmer, Florian Riedel
Mittelfeld: Markus Karl, Steven Zellner, Ruben Jenssen, Alexander Ring, Kerem Demirbay, Kevin Stöger, Manfred Osei Kwadwo, Amin Younes, Marcel Gaus, Karim Matmour
Angriff: Philipp Hofmann, Srdjan Lakic, Olivier Occéan, Stefan Mugosa, Jan-Lucas Dorow, Sebastian Jacob

Marktwert der aktuellen Mannschaft: 17,63 Millionen Euro (laut Transfermarkt.de)
Gegründet: 2. Juni 1900 (laut Satzung); 19. Juni 1946 Wiedergründung
Vereinsfarben: rot-weiß
Stadion: Fritz-Walter-Stadion (Kapazität: 49.780 Plätze)

Erfolge in der Vereinsgeschichte:
Deutscher Meister: 1950/51, 1952/53, 1990/91, 1997/98
Deutscher Vizemeister: 1947/48, 1953/54, 1954/55, 1993/94
Deutscher Zweitligameister: 1996/97, 2009/10
Deutscher Pokalsieger: 1989/90, 1995/96
UEFA-Pokal: Halbfinale 1982 und 2001
Champions-League: Viertelfinale 1999