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Mannschaft des Karlsruher SC (Foto: HEINERTOWN.DE)

HEINERTOWN-Liga-Check: Für KSC-Trainer Kauczinski ist der SVD ein „unangenehmer Gegner“

Darmstadt 04.09.2014

Lange haben die Darmstädter darauf warten müssen, doch endlich ist es soweit: In der neuen Spielzeit gibt es nach 21 Jahren Abstinenz am Böllenfalltor wieder Zweit-Liga-Fußball zu sehen. HEINERTOWN hat sich bei den 17 Liga-Konkurrenten der Lilien schon mal umgetan und interessante Antworten erhalten. Zwölfte Folge: Karlsruher SC.

24 Spielzeiten in der Bundesliga, 25 Spielzeiten in der zweiten Liga und zwei Spielzeiten in der 3. Liga bzw. der Regionalliga Süd – das ist die Bilanz des Karlsruher SC seit Gründung der Bundesliga im Jahr 1963. Besonders erfolgreich verliefen für den badischen Traditionsverein die Jahre ab der Saison 1987/88, als es dem damaligen Trainer Winfried Schäfer gelang, Talente aus den eigenen Reihen und aus der Region zu großen deutschen Fußballern aufzubauen: Oliver Kahn, Mehmet Scholl und Jens Nowotny begannen in dieser Zeit ihre Profi-Karrieren beim KSC.

Seit der Saison 1997/98 spielt der KSC überwiegend in der zweiten Liga. Zwar gelang es den Karlsruhern in der Saison 2006/07 unter Cheftrainer Edmund Becker nach neun Spielzeiten Abstinenz wieder ins Oberhaus der Liga aufzusteigen, doch schon zwei Jahre später ging es für die Badener wieder zurück in die zweite Spielklasse. Am Ende der Saison 2011/12 stieg der Klub nach verpatzten Relegationsspielen gegen SSV Jahn Regensburg sogar in die Dritte Liga ab.

Markus Kauczinski ist seit April 2012 Cheftrainer beim KSC. Den Abstieg der Karlsruher in die Drittklassigkeit konnte der gebürtige Ruhrpottler zwar nicht mehr verhindern, als er den Job von Vorgänger Jørn Andersen übernahm, dafür jedoch führte er die Karlsruher in der Saison 2012/13 souverän durch die dritte Liga. Nachdem der Karlsruher SC zwanzig Spiele in Folge ungeschlagen geblieben war, gelang bereits am vorletzten Spieltag der sofortige Wiederaufstieg in die zweite Liga. Die Saison 2013/14 beendete der Klub überraschend erfolgreich mit lediglich 34 Gegentreffern auf dem 5. Tabellenplatz – sogar der Aufstieg in die Bundesliga schien während der Spielzeit oftmals in Reichweite.

„Wir wollen ein gestandener Zweitligist werden“, so Kauczinski zu Beginn der laufenden Saison bei einem Gespräch mit Journalisten des Online-Magazins „ka-news.de“. Und der KSC ist derzeit auf einem guten Weg, dieses Ziel zu erreichen. Bislang blieben die Karlsruher in dieser Saison ungeschlagen: Ein 0:0 Zuhause gegen Union Berlin, ein 3:2-Sieg beim FSV Frankfurt, ein 2:0-Sieg bei Fortuna Düsseldorf und ein 1:1 Zuhause gegen Aufsteiger Heidenheim ergeben nach vier Spieltagen acht Punkte und Rang Vier in der Tabelle – wegen der gleichen Tordifferenz teilt sich der KSC diesen Platz momentan mit dem SV Darmstadt 98.

Das Erfolgsgeheimnis des Trainers: Kontinuität und Ausbau der bestehenden Stärken innerhalb des eigenen Teams. Viele Spieler des aktuellen Kaders gehören bereits seit Drittliga-Zeiten zur Mannschaft. Stammspieler wie Torwart und Kapitän Dirk Orlishausen, Innenverteidiger Jan Mauersberger sowie die torgefährlichen Mittelfeld-Spieler Reinhold Yabo und Manuel Torres konnten für die laufende Saison gehalten werden. "In fußballerischer Hinsicht haben wir uns sehr gut entwickelt. Wir spielen gut nach vorne, sind zweikampfstark und haben ein gutes Kollektiv." sagt Kauczinski beim Gespräch mit HEINERTOWN.

Lediglich sechs Spieler wurden neu verpflichtet. Besonders von Neuzugang Hiroki Yamada, der vom japanischen Verein Jubilo Iwata zum KSC gewechselt ist und auch in der japanischen Nationalmannschaft spielt, erwartet Sportdirektor Jens Todt einiges: "Hiroki ist ein variabler, technisch starker Offensivspieler, der unsere Optionen noch einmal deutlich erweitert". Mit einem Marktwert von aktuell 1,5 Millionen Euro ist Yamada derzeit der teuerste Mann beim KSC.

Gegen den SV Darmstadt 98 spielten die Karlsruher zuletzt während der Spielzeit 2012/2013 – die Saison, an deren Ende der KSC Drittliga-Meister wurde und der SVD sportlich abgestiegen war. Das Spiel im Karlsruher Wildparkstadion entschied der KSC mit 2:0 für sich, und auch das Rückspiel am Böllenfalltor gewannen die Badener mit 1:0. Dennoch wird Kauczinski die Lilien nicht unterschätzen: "Auch die Darmstädter haben eine gute und eingespielte Mannschaft. Sie sind zweikampfstark und ein unangenehmer Gegner. Das haben wir bereits in den Duellen in der 3. Liga gemerkt."

Am 15. Spieltag der laufenden Saison - am letzten November-Wochenende – werden die beiden Teams wieder aufeinandertreffen.

Daten zum Karlsruher SC
Präsident: Ingo Wellenreuther (18.11.2010)
Sportdirektor: Jens Todt (seit 01.07.2013)
Cheftrainer: Markus Kauczinski (seit 27.03.2012)
Co-Trainer: Argirios Giannikis (seit 27.03.2012)
Torwart-Trainer: Kai Rabe (seit 27.03.2012)

Aktuelle Mannschaft der Saison 2014/15
Tor: Dirk Orlishausen, René Vollath, Florian Stritzel
Abwehr: Jan Mauersberger, Daniel Gordon, Manuel Gulde, Martin Stoll, Mirko Schuster, Dennis Kempe, Philipp Max, Philipp Klingmann, Sascha Traut
Mittelfeld: Dominic Peitz, Jonas Meffert, Silvano Varnhagen, Reinhold Yabo, Gaetan Krebs, Tim Grupp, Ernesto de Santis, Hiroki Yamada, Selcuk Alibaz, Enrico Valentini, Manuel Torres, Jung-Bin Park
Angriff: Rouwen Hennings, Dimitrij Nazarov, Koen van der Biezen, Ilian Micanski

Marktwert der aktuellen Mannschaft: 15,05 Millionen Euro (laut Transfermarkt.de)
Vereinsgründung: 06.06.1894
Stadion: Wildpark-Stadion (Kapazität: 29.699 Plätze)
Vereinsfarben: blau-weiß
Maskottchen: Wildschwein Willi Wildpark

Erfolge der Vereinsgeschichte:
Deutscher Meister 1908/09 (gewonnen vom Vorgängerverein FC Phönix)
Deutscher Pokalsieger 1954/55; 1955/56
Zweitliga-Meister 1967/68, 1973/74, 1983/84, 2005/2006
Höchste Bundesliga-Platzierung: jeweils 6. Rang in den Spielzeiten 1992/93, 1993/94, 1996/97