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Mannschaft von RB Leipzig (Foto: HEINERTOWN.DE)

HEINERTOWN-Liga-Check: Für Leipzigs Trainer Zorniger sind die Lilien immer in der Lage, ein Tor zu machen

Darmstadt 09.09.2014

Lange haben die Darmstädter darauf warten müssen, doch endlich ist es soweit: In der neuen Spielzeit gibt es nach 21 Jahren Abstinenz am Böllenfalltor wieder Zweit-Liga-Fußball zu sehen. HEINERTOWN hat sich bei den 17 Liga-Konkurrenten der Lilien schon mal umgetan und interessante Antworten erhalten. Dreizehnte Folge: RB Leipzig.

Es ist der jüngste Klub im deutschen Profi-Fußball und zugleich der wohl unbeliebteste – Rasenballsport Leipzig. Traditionalisten betrachten den Verein als PR-Abteilung des Getränke-Herstellers Red Bull. Dietrich Mateschitz, der Gründer des österreichischen Konzerns ist nicht nur Hauptsponsor des Vereins, sondern auch dessen Gründer und Investor. Kein Wunder also, dass das Vereins-Emblem dem Firmenlogo von Red Bull frappierend ähnelt. Auch die Vereinsfarben Rot-Weiß entsprechen den Farben des Unternehmens.

Im Jahr 2006 unternahm der österreichische Getränke-Milliardär erstmals einen Versuch, im Leipziger Fußball Fuß zu fassen. Mateschitz verhandelte mit der Geschäftsführung des Oberligisten Sachsen Leipzig über die Übernahme und Umbenennung des Vereins in Red Bull Leipzig.

Weil die Verhandlungen scheiterten, übernahm der Red-Bull-Chef am 19. Mai 2009 den Amateurklub SSV Markranstädt, der damals in der Südstaffel der Oberliga Nordost spielte, und gründete den Verein Rasenballsport Leipzig. Nachdem man seitens des Nordostdeutschen Fußballverbandes der Übertragung des Oberliga-Spielrechtes an den neuen Klub zugestimmt hatte, startete RB Leipzig schließlich zur Saison 2009/10 in der Oberliga Nordost.

Mit dem Geldgeber Red Bull im Rücken marschierte der Klub denn auch schnell durch die Fußball-Ligen: In der Saison 2009/2010 wurde der RB Leipzig Meister der Oberliga Nordost, 2012/2013 gelang der Aufstieg in die dritte Liga, ein weiteres Jahr später ging es dann hoch in die zweite Bundesliga. Die Lizenz für die zweite Liga hätten die Leipziger allerdings beinahe nicht bekommen. Erst als die Vereinsführung den Auflagen des DFL zustimmte, das Vereinslogo zu überarbeiten und die Führungs-Gremien neu zu besetzen, gab man seitens der DFL grünes Licht.

Doch auch das Bundesliga-Unterhaus soll nach den Plänen von Mateschitz nur eine Zwischenstation bleiben: "Wir bauen RB Leipzig mit dem Ziel aus, in drei bis fünf Jahren in der Bundesliga zu spielen. Wir wollen auch in der Champions League dabei sein", sagte der Milliardär 2011 bei einem Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“.

Um zunächst einmal auch in der zweiten Liga sportliche Erfolge feiern zu können, hat Alexander Zorniger, seit Juli 2012 Cheftrainer von RB Leipzig, auf dem Transfermarkt kräftig zugeschlagen. Neu im Kader ist etwa der kroatische Nationalspieler Ante Rebic, der vom AC Florenz für ein Jahr ausgeliehen wurde. Mit einem Marktwert von vier Millionen Euro ist der Stürmer teurer als viele Bundesliga-Spieler. Ebenfalls vom AC Florenz kam Innenverteidiger Marvin Compper (Marktwert zwei Millionen Euro), von Rapid Wien wechselte Mittelstürmer Terrence Boyd (Marktwert 1,75 Millionen Euro) und vom VfB Stuttgart kam Mittelfeld-Mann Rani Khedira, der Bruder von Weltmeister Sami Khedira (Marktwert 900.000 Euro).

Auch in dieser Saison gehört der Klub zu den Favoriten: Nach vier Spieltagen steht RB Leipzig mit acht Punkten auf dem dritten Tabellenplatz – einen Rang vor dem SVD. Nach einem 0:0 gegen den VfR Aalen demütigten die Sachsen 1860 München in der Allianz-Arena mit einem 3:0-Sieg, danach schlugen die Leipziger Erzgebirge Aue mit 1:0. Zuletzt spielte die Mannschaft beim FSV Frankfurt unentschieden 0:0.

Dass RB Leipzig so gut in die Saison gestartet ist, war trotz der teuren Neuzugänge nicht selbstverständlich – denn kurz vor dem Saisonstart verletzten sich gleich zwei Schlüsselspieler. Neuverpflichtung Boyd, der während der Saison-Vorbereitung bei vier Spielen zweimal traf, fällt wegen eines Kreuzbandrisses noch einige Wochen aus. Und auch Leipzigs aktuelle Nummer 1 – Torwart Fabio Coltori – muss nach einem Innenbandriss im Knie, den er sich Ende Juli beim Training zuzog, noch mindestens einen Monat pausieren.

„Wir sind sehr zufrieden mit den Start in der zweiten Liga“, sagt Cheftrainer Zorniger dennoch beim Gespräch mit HEINERTOWN. „Die ersten Spieltage verliefen für uns optimal. Auch mit der Art und Weise, wie wir Fußball spielen, sind wir zufrieden – Ausnahme war das Frankfurt-Spiel. Jetzt müssen wir schauen, dass unsere Verletzten wieder zurückkommen, und wir unsere neuen Spieler noch weiter integrieren, aber im Moment passt alles sehr gut.“

Bis zum Spiel gegen den SVD am 8. November im Merck-Stadion am Böllenfalltor, so hofft der Trainer, werden die aktuell verletzten Spieler wieder einsatzbereit sein. Zorniger: „Die Darmstädter haben in der zweiten Liga dieselbe Spielweise wie im letzten Jahr und spielen mit sehr hohem Aufwand. Sie sind in der Offensive vor allem bei Standardsituationen immer in der Lage, ein Tor zu machen.“

Im Vorjahr lieferten sich der SV Darmstadt und RB Leipzig einen spannenden Kampf um die Aufstiegsplätze. Im direkten Vergleich hatten die Lilien gleichwohl zwei Mal das Nachsehen: Sowohl in Darmstadt als auch in Leipzig endeten die Partien mit einem 1:0-Sieg für die Bullen.

Daten zu Rasenballsport Leipzig
Investor/Mäzen: Dietrich Mateschitz
Vorstandsvorsitzender: Oliver Mintzlaff
Geschäftsführer: Ulrich Wolter
Sportdirektor: Ralf Rangnick
Cheftrainer: Alexander Zorniger
Co-Trainer: Tamas Bodog
Torwart-Trainer: Perry Bräutigam

Aktuelle Mannschaft
Tor: Fabio Coltorti, Thomas Dähne, Benjamin Bellot, Erik Domaschke
Abwehr: Marvin Compper, Niklas Hoheneder, Fabian Franke, Tim Sebastian, Anthony Jung, Mikko Sumusalo, Sebastian Heidinger, Georg Teigl, Lukas Klostermann
Mittelfeld: Rani Khedira, Joshua Kimmich, Diego Demme, Henrik Ernst, Patrick Strauß, Dominik Kaiser, Stefan Hierländer, Clemens Fandrich, Zsolt Kalmár
Angriff: Ante Rebic, Terrence Boyd, Yussuf Poulsen, Daniel Frahn, Federico Palacios Martínez, Matthias Morys

Marktwert der Mannschaft: 18,90 Millionen Euro
Vereinsgründung: 19.05.2009
Stadion: Red Bull Arena (Kapazität 44.193 Plätze)
Vereinsfarben: rot-weiß

Erfolge in der Vereinsgeschichte
Aufstieg in die Regionalliga 2009/2010
Aufstieg in die 3. Liga 2012/2013
Vizemeister der 3. Liga; Aufstieg in die 2. Liga 2013/14
Landespokalsieger Sachsen: 2010/11; 2012/13