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Neuer St-Pauli-Trainer Thomas Meggle (Foto: Jan-Michael Weimar)

HEINERTOWN-Liga-Check: Für St-Pauli-Trainer Meggle ist der SVD in dieser Saison für eine Überraschung gut

Hamburg/St Pauli 15.09.2014

Lange haben die Darmstädter darauf warten müssen, doch endlich ist es soweit: In der neuen Spielzeit gibt es nach 21 Jahren Abstinenz am Böllenfalltor wieder Zweit-Liga-Fußball zu sehen. HEINERTOWN hat sich bei den 17 Liga-Konkurrenten der Lilien schon mal umgetan und interessante Antworten erhalten. Fünfzehnte Folge: FC St Pauli.

Haben die Hamburger Fußballklubs das Siegen verlernt? Der Hamburger SV steht in der Bundesliga nach Niederlagen gegen Hannover 96 und Paderborn sowie einem Unentschieden gegen Köln derzeit auf dem letzten Tabellenplatz, und beim Zweitligisten FC St Pauli sieht es nicht besser aus: Nach fünf Spieltagen steht der Traditionsverein, der in der Saison 2010/11 noch erstklassig spielte, nur auf Rang Sechzehn der Tabelle.

Dabei hat sich St Paulis Vereinspräsidium für diese Saison deutlich mehr vorgenommen. Besser als in der Vorsaison will man anschneiden, im oberen Drittel der Tabelle mitspielen und vor allem im Millerntor-Stadion wieder souveräner auftreten. Denn gerade zuhause schwächelten die Hamburger zuletzt: In der Vorsaison gewann St Pauli lediglich fünf Heimspiele und landete am Ende der Saison auf den achten Tabellenplatz.

Um in dieser Saison bissiger auftreten zu können, suchte St. Paulis Sportdirektor Rachid Azzouzi insbesondere neue Offensivkräfte. In Person verstärken seit Saisonbeginn unter anderem Mittelfeldstürmer Michael Görlitz, der vom FSV Frankfurt wechselte, und Sturmspitze Ante Budemir, der vom kroatischen Verein LK Locomotiva kommt, die Mannschaft. Ebenfalls neu im Team ist Abwehrspieler Daniel Buballa, vom VfR Aalen kommend, und der vom Erstligisten HSV entliehene Innenverteidiger Lasse Soebich.

Die Bilanz der Kiezkicker in dieser Saison: Ein 1:1 gegen Ingolstadt, eine O:2-Niederlage gegen Aalen, ein 2:1-Sieg gegen Sandhausen und eine 0:3-Pleite gegen Greuther Fürth. Nach vier Spieltagen stand der FC St Pauli mit nur vier Punkten auf dem 14. Tabellenplatz. Ein Schuldiger für den schlechten Start in die Saison war schnell gefunden – Cheftrainer Roland Vrabec. Der 40-jährige könne der Mannschaft seine Ideen nicht vermitteln und sei für das kickende Personal schlichtweg keine Autoritätsperson, meldete beispielsweise der „Norddeutsche Rundfunk“. Das Vereinspräsidium zog die Konsequenzen und beurlaubte Vrabec mit sofortiger Wirkung.

Als Vrebecs Nachfolger rückte Anfang September Thomas Meggle, bislang U23-Trainer des FC St Pauli, auf den Trainerstuhl. Doch auch bei dessen Einstandsspiel holten die Hamburger nichts Zählbares. Obwohl Meggle seine Startelf im Vergleich zu den vorangegangenen Spielen kräftig umstellte, verloren die Hamburger an diesem Wochenende zuhause im Millerntor-Stadion gegen den zuletzt ebenfalls schwach aufspielenden TSV 1860 München mit 1:2. Aktuell rangiert der FC St Pauli auf dem 16. Tabellenplatz.

Doch noch ist die Saison jung, und so hofft Meggle, dass sein Team bald zueinander finden wird. „Ich habe eine sehr willige und sehr fleißige Mannschaft, die die Inhalte aufsaugt und versucht, alles auf den Platz zu bringen“, sagt der Chefcoach im Gespräch mit HEINERTOWN.DE.

Der SV Darmstadt 98 wird am letzten Spieltag der Hinrunde - also am zweiten Dezember-Wochenende - zu Gast im Millerntor-Stadion sein. Von dem furiosen Saisonstart der Lilien ist auch Meggle schwer beeindruckt: „Darmstadt ist ein starker Aufsteiger“, so der neue Chefcoach. „Das Spiel ist auf Stroh-Engel ausgerichtet, der es richtig gut macht. Um ihn herum funktioniert das Team bestens und die Darmstädter stehen zu Recht oben. Sie können in dieser Saison eine Überraschungsmannschaft werden!“

Neunmal trafen der SVD und der FC St Pauli bislang aufeinander, dabei siegten vier Mal die Hamburger und drei Mal die Darmstädter; zweimal trennten sich beide Teams unentschieden. Zuletzt trafen beide Mannschaften im August 2001 am Böllenfalltor aufeinander, und zwar in der ersten Runde des DFB-Pokals. Damals kegelten die Lilien die Kiezkicker mit einem 3:1-Sieg aus der ersten Runde des DFB-Pokals.

Daten zum FC St. Pauli

Präsident: Stephan Orth (seit 31.05.2010)
Sportlicher Leiter : Rachid Azzouzi (seit 01.07.2012)
Cheftrainer: Thomas Meggle (seit 03.09.2014)
Co-Trainer: Timo Schultz (seit 01.07.2012)
Torwart-Trainer: Mathias Hain (seit 01.07.2011)

Aktuelle Mannschaft:
Tor: Philipp Tschauner, Philipp Heerwagen, Robin Himmelmann
Abwehr: Lasse Sobiech, Sören Gonther, Markus Thorandt, Philipp Ziereis, Daniel Buballa, Sebastian Schachten, Marcel Halstenberg, Bernd Nehrig, Jan-Philipp Kalla
Mittelfeld: Tom Trybull, Christopher Buchtmann, Enis Alushi, Florian Kringe, Dennis Daube, Okan Kurt, Dennis Rosin, Marc Rzatkowski, Sebastian Maier, Bentley Baxter Bahn, Kyoung-Rok Choi, Michael Görlitz
Angriff: Lennart Thy, Ante Budimir, Christopher Nöthe, John Verhoek

Marktwert der aktuellen Mannschaft: 17,43 Millionen Euro

Vereinsgründung: 15.05.1910
Stadion: Millerntor-Stadion (Kapazität: 29.063 Plätze)
Vereinsfarben: braun-weiß

Erfolge der Vereinsgeschichte:
1976/77, 1987/88, 1994/95, 2009/10: Aufstieg in die 1. Bundesliga
1983/84, 1985/86, 2006/07: Aufstieg in die 2. Liga
1985/86, 2003/04 2004/05, 2005/06: Landespokal Hamburg Sieger