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Mannschaft des 1. FC Union Berlin (Foto: 1. FC Union Berlin / Michael Schmidt)

HEINERTOWN-Liga-Check: Mit Trainer Norbert Düwel soll der Neustart bei Union Berlin klappen

Darmstadt 24.09.2014

Darauf haben die Lilien-Fans lange warten müssen: In der aktuellen Fußballsaison gibt es nach 21 Jahren Abstinenz am Böllenfalltor wieder Zweit-Liga-Fußball zu sehen. HEINERTOWN hat sich bei den 17 Liga-Konkurrenten der Lilien schon mal umgehört und interessante Antworten erhalten. Sechzehnte Folge: 1. FC Union Berlin.

Erleichterung bei Union Berlin: Am sechsten Spieltag bezwangen die Berliner den RB Leipzig mit 2:1 und konnten endlich ihren ersten Sieg der aktuellen Saison feiern. „Ich muss der Mannschaft ein riesiges Kompliment aussprechen. Wir haben sehr viel Aufwand betrieben, es dem Gegner schwer gemacht ins Spiel zu kommen und ihn defensiv viel beschäftigt. Darüber hinaus war es eine sensationell gute kämpferische Leistung. Die drei Punkte waren eine riesige Befreiung. Mit diesem guten Gefühl fahren wir jetzt nach Kaiserslautern“, freute sich Union-Berlin-Cheftrainer Norbert Düwel über den Erfolg seines Teams.

Die „Eiserne Union“, wie die Mannschaft liebevoll von ihren Fans genannt wird, startete mäßig in die neue Saison: Nach drei Unentschieden gegen den Karlsruher SC, Fortuna Düsseldorf und VFL Bochum setzte es eine 0:4-Niederlage im Heimspiel gegen den 1.FC Nürnberg und eine 1:3-Pleite im Auswärtsspiel gegen den 1. FC Heidenheim. Die Union stand nach fünf Spieltagen auf dem vorletzten Tabellenplatz - keine gute Bilanz für Chefcoach Düwel, der erst seit Anfang Juli die Mannschaft trainiert.

Die Geschäftsführung des 1. FC Union Berlin hat höhere Ambitionen: Nach fünf Spielzeiten in der zweiten Liga peilte die Geschäftsführung bereits in der vergangenen Saison den Aufstieg an. Doch Düwels Vorgänger Uwe Neuhaus verfehlte dieses Ziel deutlich. Nach einer guten Vorrunde verloren die "Eisernen" in der Saison 2013/14 in der Rückrunde viele Spiele, beendete die Spielzeit im grauen Mittelfeld auf Rang Neun. Die Konsequenz: Neuhaus musste gehen, weil Union-Berlin-Präsident Dirk Zingler dem Coach einen Aufstieg nicht mehr zutraute.

In dieser Saison steht bei Union Berlin also alles auf Neustart. Dafür holte die Vereinsführung mit Norbert Düwel ein unbeschriebenes Blatt nach Berlin-Köpenick. Für den 46-jährigen Düwel ist Union Berlin die erste Station als Cheftrainer im bezahlten Profifußball. Mit jungen Neuzugängen und hauseigenen Talenten will er die Mannschaft fit für die erste Bundesliga machen.

Mit der Umgestaltung der Stamm-Elf sorgte Düwel jedoch für Unmut: Union-Urgestein und Publikumsliebling Torsten Mattuschka verlor nach vier Jahren die Kapitänsbinde. In Fankreisen bezeichnete man Düwel daraufhin als „Königsmörder“. Verärgert wechselte Mattuschka Ende August zu seinem Heimatverein - dem Drittligisten Energie Cottbus. Nicht ohne dabei nachzutreten: Düwel habe ihn Stück für Stück demontiert, kritisierte der enttäuschte Mittelfeldspieler. Neuer Spielführer bei den "Eisernen" ist jetzt der Kroate Damir Kreilach.

Zu den wichtigsten Neuzugängen der Berliner in dieser Saison gehört der Rechtsverteidiger Christopher Trimmel, der vergangene Saison bei Rapid Wien auflief. Für frische Ideen im Angriff der Eisernen sollen der aktuell noch verletzte Pole Martin Kobylanski, entliehen von Werder Bremen, und der vom FSV Mainz 05 entliehene Mittelstürmer Sebastian Polter sorgen.

Noch scheint die Vertrauensbasis zwischen Düwel und der Vereinsführung zu stimmen. "Norbert Düwel hat hundertprozentig unsere Rückendeckung und den Auftrag, genau das zu tun: die Mannschaft neu aufzustellen", ließ Präsident Zingler beispielweise kürzlich wissen. Doch für Düwel müssen weitere Siege her, um seine Akzeptanz insbesondere unter Spielern und Fans zu stärken.

An diesen Mittwoch (24.9.) sind die "Eisernen" in Kaiserslautern zu Gast. Und am Samstag (27.9.) empfangen die Berliner im Stadion an der alten Försterei den SV Darmstadt 98 – es ist die erste Begegnung der beiden Teams.

Daten zum 1. FC Union Berlin:

Präsident: Dirk Zingler (seit 01.07.2014)
Sportmanager: Nico Schäfer (seit 01.07.2011)

Cheftrainer: Norbert Düwel (seit 01.07.2014)
Co-Trainer: André Hofschneider (seit 20.06.2007)
Torwart-Trainer: Holger Bahra (seit 07.01.2005)

Aktuelle Mannschaft:
Tor: Daniel Haas, Mohamed Amsif, Steve Kroll
Abwehr: Fabian Schönheim, Roberto Puncec, Mario Eggimann, Toni Leistner, Oliver Oschkenat, Christopher Trimmel, Björn Kopplin
Mittelfeld: Damir Kreilach, Michael Parensen, Baris Özbek, Christopher Quiring, Björn Jopek, Benjamin Köhler, Martin Dausch, Eroll Zejnullahu, Abdallah Gomaa
Angriff: Maximilian Thiel, Sören Brandy, Steven Skrzybski, Sebastian Polter, Martin Kobylanski, Adam Nemec, Bajram Nebihi

Marktwert der aktuellen Mannschaft: 14,28 Millionen Euro (laut Transfermarkt.de)

Vereinsgründung: 20.06.1966
Spielstätte: Stadion an der alten Försterei (Kapazität 21.717 Plätze)
Vereinsfarben: rot-weiß
Schlachtruf der Fans: „Eisern Union!“

Erfolge in der Vereinsgeschichte:
Aufstieg in die zweite Bundesliga: 2000/2001; 2008/09
DDR-Pokalsieger 1967/68