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Als Feuerwehrmann und Hobbyfilmer rettet Heinz Aßmann jeden Tag ein Stück Darmstadt (Foto: HEINERTOWN.DE/Andreas Kelm)

Heinz Aßmann: Wie der Feuerwehrmann den Darmstädtern ihre Vergangenheit zurückholt

Darmstadt 27.10.2014

Aßmanns Dokumentarfilme „Bessunger Jubiläumskerb 2013“ und „Feuer in Bessungen“ machten heute (27.) den Auftakt der Film-Matinee-Woche (27.10.-30.10.) im Kino am Schlösschen. Seit über 25 Jahren erlebt Heinz Aßmann als Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Darmstadt mit, wie ein Gebäude in Darmstadt, das ein paar Stunden zuvor noch intakt war, als Ruine zurückbleibt; von einem Feuer zerstört. Als Hobbyfilmer möchte der 71-jährige Pensionär den Heinern nun ein Stück der Darmstädter Vergangenheit wieder zugänglich machen.

Das 125-jährige Kerb-Jubiläum, der Brand in der Karlsstraße 1991, ein Winterspaziergang: Mal sind es freudige Momente der Geschichte Darmstadts, mal tragische, die Aßmann in seinen Filmen festhält; und manchmal ganz flüchtige, wie die Winterlandschaft zu einer zufällig gewählten Stunde. „Den Menschen eine Freude machen“, das sei es, was der Hauptfeuerwehrmann der Ehrenabteilung mit seinen Filmen will. Und an Vergangenes erinnern, das andere längst vergessen haben. Zum Beispiel, dass es ein Student aus dem Iran gewesen war, der am 8.11.1991 die Flammen in der Karlsstraße gesehen, die Feuerwehr gerufen und damit den 11 Bewohnern des brennenden Hauses das Leben gerettet hatte.

In „Feuer in Bessungen“ zeigt Aßmann – mit Bildern aus dem Stadtarchiv – auch, wie Darmstadts Straßen früher ausgesehen haben; wie beispielsweise das Chausseehaus im Jahre 1818 aussah, das damals als Pferdestall genutzt wurde. „Die Leute wollen unterhalten werden, und in der Zeit zurückversetzt werden“, sagt Aßmann darüber, warum seine Filme bei den Darmstädtern Anklang finden und warum er bislang 41 solcher Filme gedreht hat.

Jeden Tag tüftelt Aßmann an seinen Filmen, wenn seine Frau lieber wandern geht. Im Herbst und Winter arbeitet er hier, im Sommer verreist er und dreht Reisefilme. „Manche gehen zum Fußball, ich mache halt das, für die Bevölkerung, die es interessiert“, so Aßmann. Und es interessiert viele. „Wann machen Sie denn den nächsten Vortrag“, werde er von den Darmstädtern nach einer Filmvorführung oft gefragt – und könne die Frage nicht beantworten. Er ist Hobbyfilmer, seine Filme zeige er hauptsächlich in Altersheimen.

Die Arbeit an diesen Filmen ist für Aßmann auch ein Stück Freiheit und ein Kontrast zu seinem ehemaligen Bürojob. „Früher im Büro, da hieß es immer ‚Jawohl! Jawohl!‘. Da hab‘ ich mir gesagt, wenn ich Rentner bin, mache ich was mir Spaß macht." Zurzeit arbeitet Aßmann an einem Film über „Wohnkultur im Spiegel der Zeit“; darüber, wie man in der 50er und 60er Jahren gelebt hat. Wenn der Film fertig ist, „etwa in einer Woche“, wird er den Heinern ein weiteres Stück Darmstädter Vergangenheit zeigen können.