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Darmstadt 2014-11-03 © HEINERTOWN.DE/Andreas Kelm 1 von 5 Bilder

Kriegsopfer: Oberbürgermeister Partsch legte Kranz für polnische Zwangsarbeiter nieder

Am vergangenen Samstag (1.11.), Allerheiligen, hat Oberbürgermeister Jochen Partsch um 16.30 Uhr gemeinsam mit dem Vizekonsul des Generalkonsulats für Polen in Köln, Jakub Wawrzyniak, an der Gedenkstätte im Waldfriedhof einen Kranz – in den Nationalfarben weiß und rot – für im Krieg ums Leben gekommene polnischen Zwangsarbeiter niedergelegt. Rund zwanzig Darmstädter nahmen ebenfalls (An)teil.

 

Es war eine kleine Runde, in der Partsch und Wawrzyniak an die polnischen Opfer der Gräueltaten seitens des NS-Regimes erinnerten. Damals wurden beispielsweise unzählige Zwangsarbeiter – ein Großteil davon Polen – bei den Amtsgerichten angezeigt wegen des „unerlaubten Verlassens der Aufenthaltsorte“ sowie des „Nichttragens des Nationalitätenkennzeichens“ ("P"). Anfangs wurde dies mit einer geringen Geldbuße belegt, mit zunehmender Kriegsdauer aber gar als "Verbrecher" mit KZ-ähnlichen "Arbeitserziehungslagern" bestraft. Sehr scharf wurden zudem sexuelle Beziehungen zu Deutschen kontrolliert.

Einige Teilnehmer, darunter auch Kinder, haben Grablichter zu der Gedenkfeier mitgebracht, die Vizekonsul Wawrzyniak selbst anzündete. Auch Blumensträuße hatten die Besucher mitgebracht, die sie nach der Niederlegung des Kranzes durch Partsch an der Gedenkstätte niederlegt haben. Was viele nicht wissen: Bis Ende des 19. Jahrhunderts waren Trauerkränze ausschließlich für Verstorbene vorgesehen, die ledig waren. Erst langsam entwickelte sich der Brauch, jedem Verstorbenen einen Trauerkranz zukommen zu lassen.

Jedes Jahr am Allerheiligen wird der Opfer der Kriege gedacht. In über 1000 Gedenkstätten im Bezirk des Generalkonsulates der Republik Polen in Köln (Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) ruhen mehrere Tausend Polen, die hier im Laufe des Krieges als Soldaten, Kriegsgefangene oder Zwangsarbeiter ihre ewige Ruhe gefunden haben. Die Vertreter des Generalkonsulats besuchen jährlich rund 20 Friedhöfe, um die Erinnerung an die Verstorbenen zu bewahren.

Dass man sich seitens der Stadt auch um die Pflege der polnischen Kriegsgräber kümmert, entspricht einem Abkommen über die gegenseitige Pflege von Ruhestätten von Kriegstoten. Besiegelt worden ist das Abkommen am 8. Dezember 2003 durch Vertreter der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Polen.

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